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13.10.2017 neue Anwendungsbestimmungen und RMM für antikoagulante Rodentizide

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Zuge der kürzlich abgeschlossenen Neu-Genehmigung von Antikoagulanzien als Biozid-Wirkstoffe hat die EU Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten die Anwendungsbestimmungen und Risikominderungsmaßnahmen (RMM) für antikoagulante Rodentizide EU-weit harmonisiert. Dadurch ergeben sich Änderungen bei der Festlegung von Anwendungsbestimmungen und RMM bei der laufenden Wiederzulassung der Produkte in Deutschland, über die wir Sie hiermit informieren möchten.

Bei der Biozid-Produktzulassung werden Anwendungsbestimmungen und RMM in dem Dokument „Zusammenfassung der Produkteigenschaften (kurz SPC, summary for product characteristics)“ festgeschrieben. Das SPC-Dokument ist gemäß Artikel 22 der Biozid-Verordnung EU Nr. 528/2012 (Biozid-VO) Teil einer jeden Zulassung eines Biozidproduktes. Die auf EU-Ebene harmonisierten SPCs mit den Bestimmungen für die Verwendung von antikoagulanten Rodentiziden sehen Anpassungen an nationale Besonderheiten gemäß Artikel 37 Biozid-VO im Rahmen der Produktzulassung vor. Entsprechend wurden in Deutschland die auf EU-Ebene harmonisierten Bestimmungen und RMM weitestgehend an die „Allgemeinen Kriterien einer guten fachlichen Anwendung von Fraßködern bei der Nagetierbekämpfung mit Antikoagulanzien (kurz GfA)“ angepasst. Diese Bestimmungen/RMM werden nun im Rahmen der laufenden Wiederzulassung von antikoagulanten Rodentiziden in Deutschland umgesetzt.

Für jede Verwenderkategorie (breite Öffentlichkeit, berufsmäßige Verwender und geschulte berufsmäßige Verwender) wurde ein eigenes SPC-Dokument mit gesonderten Bestimmungen/RMM erstellt. In diesen SPCs werden mögliche „zugelassene Anwendungen“ und die entsprechenden anwendungsspezifischen „Anweisungen für die Verwendung und Risikominderungsmaßnahmenfestgelegt. Darüber hinaus enthalten die SPCs allgemeine Anwendungsbestimmungen und RMM, die für alle Anwendungen für den jeweiligen Verwender gelten.

Exemplarische SPCs mit den in Deutschland angepassten Bestimmungen und RMM hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf der nachfolgenden Webseite unter „Informationen zu den Produktarten“ unter der „Produktart 14 (Rodentizide)“ für die jeweilige Verwenderkategorie veröffentlicht:

https://www.baua.de/DE/Themen/Anwendungssichere-Chemikalien-und-Produkte/Chemikalienrecht/Biozide/Zulassungsverfahren.html

Sie finden die entsprechenden Dokumente auch direkt unter den folgenden Weblinks:

Bei den veröffentlichten Dokumenten handelt es sich um Beispiel-SPCs, d.h. nicht alle darin aufgeführten Anwendungen gelten für alle antikoagulanten Rodentizide. Dies ist u.a. abhängig davon, welche Anwendungen für das konkrete Produkt zugelassen werden bzw. worden sind und welche Maßnahmen aufgrund der Risikobewertung festgelegt werden müssen. Grundsätzlich sind nur solche Bestimmungen rechtsverbindlich, die in der Zulassung bzw. in dem der Zulassung beigefügten SPC aufgeführt sind.

Für die Verwendung von antikoagulanten Rodentizide für geschulte berufsmäßige Verwender in Deutschland ergeben sich u.a. die nachfolgenden Neuerungen:

-        Zur befallsunabhängigen Dauerbeköderung dürfen nur Produkte mit den Wirkstoffen Difenacoum oder Bromadiolon eingesetzt werden. Darüber hinaus hat die Ausnahmeregelung zur befallsunabhängigen Dauerbeköderung weiterhin Bestand. Lediglich das Intervall der Systembetreuung – bisher 1 - 4 Wochen – wurde wie folgt angepasst:

Die Prüfungen der Voraussetzungen des Ausnahmetatbestandes, die Planung und die Durchführung der notwendigen Maßnahmen sind durch den Schädlingsbekämpfungsfachbetrieb durchzuführen. Während der befallsunabhängigen Dauerbeköderung liegt es im Ermessen des sachkundigen Verwenders mit einer Sachkunde nach Anhang I, Nr. 3 GefStoffV, das Intervall seiner Systembetreuung im Zeitraum von einem Monat zu definieren.“

-        Neben der Permanentbeköderung ist es in einigen EU Mitgliedsstaaten üblich, eine sogenannte „Pulsbeköderung (englisch: pulsed baiting)“ durchzuführen. Bei der Pulsbeköderung werden Fraßköder mit hochpotenten Antikoagulanzien ausgebracht, die in der Regel bereits bei einmaliger Aufnahme tödlich für Ratten und Mäuse sind. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Beköderung, bei der Köder im Überschuss ausgelegt wird, beruht das Prinzip der Pulsbeköderung darauf, nur geringe Mengen des Köders pro Köderstelle (etwa im zweistelligen Gramm-Bereich) auszulegen. In der Regel dauert die Beköderung 21 Tage, wobei die Köderstellen in Zeitabständen von bis zu 7 Tagen kontrolliert und Köder bei Bedarf nachgelegt werden. Werden die Köder in dieser Zeit vollständig aufgenommen, kann die Zahl der Köderstellen erhöht werden, wobei die Köder weiterhin in knapper Menge ausgelegt werden. Durch die gezielte Köderverknappung wird die Attraktivität des Köders gesteigert und gleichzeitig die Aufnahme einer über die tödliche Dosis hinaus gehenden Menge des Produktes durch die Zieltiere und damit eine erhöhte Gefahr von Sekundärvergiftungen von Nichtzieltieren vermieden.

Gemäß den Genehmigungen der Wirkstoffe ist die Pulsbeköderung nur zulässig, für Rodentizide mit Difethialon, Brodifacoum und Flocoumafen. Im Rahmen der Pulsbeköderung muss die erstmalige Kontrolle der Köderstellen nach 3 Tagen und dann in Abständen von max. 7 d erfolgen.

-        Für die Anwendung von Ködern mit Antikoagulanzien im Außenbereich (um Gebäude/im offenen Gelände oder auf Mülldeponien) gilt:

Wenn Köder in der Nähe von Gewässern (z. B. Flüsse, Teiche, Kanäle, Deiche, Bewässerungsgräben) oder Wasserableitungssystemen platziert werden, sicherstellen, dass ein Kontakt des Köders mit dem Wasser verhindert wird.“ 

-        Für die Anwendung von antikoagulanten Rodentiziden in der Kanalisation gilt:

Die Köder müssen so angewendet werden, dass sie nicht mit Wasser in Kontakt kommen und nicht weggespült werden.“

Die beiden letztgenannten Maßnahmen sollen Einträge von Antikoagulanzien in Gewässer minimieren.

Letztlich bleibt festzuhalten, dass die Zulassungspraxis und damit die Anwendungspraxis von antikoagulanten Rodentiziden sich durch die „neuen Anwendungsbestimmungen und RMM“ nur in einigen wenigen Punkten ändert. Die meisten Anwendungsbestimmungen und RMM, die Ihnen aus der GfA bekannt sind, finden sich auch in den SPCs für antikoagulante Rodentizide wieder.

 

Mit freundlichen Grüßen

i.A.
Anton Friesen



Umweltbundesamt (UBA)
Fachgebiet IV 1.2 - Biozide
Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau
Info: www.biozid.info

 

 
 

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